Bei Geschlechtsinkongruenz können geschlechtsaffirmative Operationen wesentlich dazu beitragen, eine Genderdysphorie zu lindern und das eigene Körpergefühl nachhaltig zu verbessern. Wir bieten feminisierende genitalangleichende Operationen an – individuell geplant, sorgfältig durchgeführt und strukturiert nachbetreut.
Alle Eingriffe orientieren sich an den aktuellen Leitlinien der WPATH (Standards of Care Version 8) und werden von einem spezialisierten, gendersensiblen Team begleitet.
01
Penile Inversionsvaginoplastik
Die führende Technik zur Schaffung einer funktionellen Neovagina mit Vaginaltiefe. Höchste anatomische Präzision – ästhetisch und funktionell.
Die penile Inversionsvaginoplastik ist die bewährteste Methode zur Schaffung eines funktionellen und ästhetisch natürlich wirkenden weiblichen Genitals. Sie ist die Hauptmethode für die vollständige feminisierende Genitalangleichung mit Vaginaltiefe und Vaginalkanal.
Die konkrete Operationstechnik wird individuell festgelegt. Ziel ist eine funktionelle, ästhetisch stimmige und sensible feminisierende Genitalangleichung, die sorgfältig geplant und durchgeführt wird.
I. Präparation & Gewebeerhalt
Zu Beginn werden die Hoden entfernt. Die Haut des Penisschafts wird sorgfältig von den tieferen Strukturen gelöst. Gewebe, das für die spätere Formung von Vulva, Vaginaleingang und Vaginalkanal benötigt wird, wird so weit wie möglich erhalten und vorbereitet.
II. Bildung des Vaginalkanals
Es wird vorsichtig ein Raum für den Vaginalkanal geschaffen. Die Penisschafthaut und – je nach individueller Anatomie – zusätzliche Skrotalhaut können zur Auskleidung der Neovagina verwendet werden.
III. Klitorisbildung, Labien & Sensibilität
Ein großer Teil der Glans – in der Regel etwa 70 Prozent – wird mit erhaltener sensibler Versorgung weiterverwendet. Das Gewebe wird sorgfältig geformt und in die Gestaltung von Klitoris und kleinen Labien integriert. Das versorgende Gefäß-Nerven-Bündel wird besonders geschont.
IV. Harnröhre & Wasserlassen
Die Harnröhre wird gekürzt und neu positioniert, damit Wasserlassen im Sitzen möglich ist. Dabei wird auf eine funktionelle Position, einen guten Harnabfluss und ein möglichst unauffälliges Erscheinungsbild geachtet.
V. Formung der Vulva
Aus dem vorhandenen Genitalgewebe werden Vulva, Labien und Vaginaleingang rekonstruiert. Ziel ist ein natürlich wirkendes, funktionelles Ergebnis mit guter Wundheilung, guter Hygiene und langfristiger Stabilität.
Ziel ist der bestmögliche Erhalt erogener Sensibilität und sexueller Funktion. Eine systematische Übersichtsarbeit berichtet eine mediane postoperative Orgasmusfähigkeit von etwa 80 Prozent. Eine individuelle Garantie ist nicht möglich, da Sensibilität und sexuelle Funktion von mehreren Faktoren abhängen. Im Aufklärungsgespräch besprechen wir alle möglichen Risiken offen und transparent.
”Ziel ist der bestmögliche Erhalt erogener Sensibilität und sexueller Funktion. Eine systematische Übersichtsarbeit berichtet eine mediane postoperative Orgasmusfähigkeit von etwa 80 Prozent. Eine individuelle Garantie ist nicht möglich, da Sensibilität und sexuelle Funktion von mehreren Faktoren abhängen. Im Aufklärungsgespräch besprechen wir alle möglichen Risiken offen und transparent.
02
Vulvaplastik
Geschlechtsaffirmativer Eingriff zur Gestaltung äußerer weiblicher Genitalien – ohne Vaginalkanal, mit kürzerer Heilungszeit.
Die Vulvaplastik ist eine geschlechtsaffirmative Operation, bei der ein äußeres weibliches Genital ohne Vaginalkanal geschaffen wird. Dieser Eingriff bietet eine Option für Klient:innen, die weibliche Genitalien wünschen, jedoch keinen Vaginalkanal benötigen oder einen weniger invasiven Eingriff bevorzugen.
Die Vulvaplastik hat eine kürzere Heilungszeit als die Vaginoplastik und bietet sehr gute ästhetische und funktionelle Ergebnisse.
I. Präparation
Die Hoden werden entfernt und die Penisschafthaut wird von den Schwellkörpern gelöst. Die Schwellkörper werden entfernt, wobei sorgfältig darauf geachtet wird, dass die Glans und das versorgende Gefäß-Nerven-Bündel erhalten und geschützt werden.
II. Bildung der Klitoris
Aus Teilen der Eichel wird eine Klitoris geformt. Sensibilität und Orgasmusfähigkeit bleiben dabei erhalten. Ein kleiner Teil der Penisschafthaut wird zur Schaffung kleiner Labien bzw. eines Präputium clitoridis genutzt.
III. Gestaltung der Labien
Mithilfe der Skrotalhaut werden die Vulvalippen (Labia majora und minora) geformt, um das äußere Erscheinungsbild einer Vulva zu erzeugen.
IV. Urethrapositionierung
Die Harnröhre wird gekürzt und so positioniert, dass das Wasserlassen im Sitzen möglich ist.
03
Orchiektomie
Chirurgische Entfernung der Hoden zur dauerhaften Senkung der Testosteronproduktion – kurzer Eingriff, oft erster Schritt.
Die Orchiektomie ist ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Hoden und kann ein wichtiger Schritt in der geschlechtsaffirmativen Behandlung für trans* Frauen und genderdiverse Personen sein. Sie wird häufig gewählt, um die Testosteronproduktion dauerhaft zu senken und die Abhängigkeit von Hormonblockern zu reduzieren.
Es handelt sich um einen vergleichsweise kurzen Eingriff mit kurzer Erholungszeit– oft als erster Schritt im Behandlungsprozess oder als eigenständige Maßnahme.
I. Zugang
Es erfolgt meist ein kleiner Schnitt im Bereich der Leiste oder des Skrotums, um die Hoden und den Samenleiter zugänglich zu machen.
II. Abtrennung der Hoden
Der Samenstrang sowie die versorgenden Gefäße werden abgebunden und durchtrennt, um Blutungen zu verhindern. Dann erfolgt die Entfernung der Hoden. Die Skrotalhaut kann erhalten bleiben, falls zu einem späteren Zeitpunkt genitalangleichende Operationen gewünscht sind.
III. Wundverschluss
Die Haut wird sorgfältig vernäht, um eine gute Heilung zu ermöglichen.
”Die Orchiektomie kann zu einer deutlich niedrigeren Testosteronproduktion führen und somit die Notwendigkeit für Hormenblocker reduzieren oder ganz verhindern – was von vielen Klient:innen als erhebliche Erleichterung empfunden wird.
04
Revisionsoperationen
Korrektur und Verbesserung bereits erfolgter genitaler Eingriffe – orientiert an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Wir führen auch Revisionsoperationen durch und korrigieren bereits erfolgte genitale Eingriffe anderer Chirurg:innen. Dabei orientieren wir uns stets an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und folgen den Leitlinien der World Professional Association for Transgender Health (WPATH).
Revisionseingriffe sind individuell sehr unterschiedlich und werden nach einem ausführlichen Erstgespräch und einer sorgfältigen Beurteilung des Befundes geplant. Jede Situation wird eigenständig und ohne Vorurteile bewertet.
”Wenn Sie mit dem Ergebnis eines früheren Eingriffs unzufrieden sind oder funktionelle Probleme bestehen, kontaktieren Sie uns gerne für ein erstes, vertrauliches Gespräch.
05
Beratung & Nachsorge
Ein operativer Eingriff beginnt nicht im OP-Saal – und endet nicht mit der Entlassung.
Wir begleiten Klient:innen während des gesamten Prozesses: vom persönlichen Erstgespräch über die Klärung aller medizinischen Voraussetzungen und die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bis hin zur strukturierten postoperativen Nachsorge.
I. Erstgespräch & Kennenlernen
Persönliches Gespräch in geschütztem Rahmen. Wir nehmen uns Zeit für Ihre individuelle Situation, Wünsche und Erwartungen und legen gemeinsam den Fahrplan fest.
II. Vorbereitung & Kostenübernahme
Unterstützung bei der Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen. Wir erstellen den Antrag auf Kostenübernahme für Ihre Krankenkasse. Die Kostenzusage ist in der Regel für ein Jahr gültig.
III. Postoperative Nachsorge
Strukturiertes Nachsorgeprogramm mit regelmäßigen Kontrollen, Dilatationsanleitung und langfristiger Begleitung – vom stationären Aufenthalt bis zur vollständigen Genesung.